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Gesellschaft Kultur des Friedens
Society Culture of Peace
Canto General – Der Große Gesang
 Der "Canto General" ist ein Buch aus 15 Teilen, die der Natur und Geschichte Lateinamerikas gewidmet sind. Dieser Große Gesang wendet sich an alles, was das Leben bestimmt, und hat in seiner historischen Spannweite, seiner menschlichen Thematik und seinem kämpferischen Geist wenig vergleichbares. Der "Canto General" wurde im Versteck der Hinterhöfe, Kammern und Hütten der Armen Chiles von Neruda niedergeschrieben, als er von den Schergen der Diktatur verfolgt wurde. Dieser Kontakt mit den Menschen ist ebenso in seine Dichtung eingeflossen, wie die Berührung mit der Natur.
Der "Canto General" weist dem entrechteten Teil seines Volkes eine Perspektive, die Zukunft für sich zu gewinnen. Diese Buch ist eine Kampfansage an Lethargie und Ohnmacht. Der "Canto General" knüpft an bei den Anfängen der Bevölkerung der Erde und versucht, historische Wahrheiten aufzudecken, nämlich die Entfaltungsmöglichkeiten der bewußt in Unwissenheit gehaltenen Mehrheit der Menschen weltweit.
So ist der "Canto General" in der Tat ein Werk geworden, das einen universalen Anspruch in sich trägt, seine Botschaft wird überall in der Welt verstanden:
"Eine andere Welt ist möglich!"
Den "Canto General" vertonte Theodorakis 1972 in Frankreich, im Beisein von Pablo Neruda. Ursprünglich sollte "Canto General" im Stadion von Santiago de Chile uraufgeführt werden. Wenige Tage vor dem Konzert wurde am 11. September 1973 die demokratisch gewählte Regierung unter Salvador Allende gestürzt, Allende ermordet und der Aufführungstermin auf unbekannte Zeit verschoben. Kurz nach dem Putsch starb auch Pablo Neruda an Herzversagen.
Die Welturaufführung fand nach dem Sturz der griechischen Junta am 13. August 1975 im Stadion von Piräus statt. Theodorakis kehrte aus dem Exil zurück und feierte ein triumphales Comeback. Wiederholungen folgten in Athen, Thessaloniki und Patras vor insgesamt 125 000 Menschen.

Pablo Neruda (links), Mathilde Neruda und Mikis Theodorakis (rechts), 1972 in Paris
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